10 KiB
Architektur
Systemgrenze
Sendewerk ist ein einzelner SvelteKit-Prozess. Browserseiten, serverseitige Actions, spätere REST-Endpunkte und Hintergrundaufgaben verwenden dieselbe Geschäftslogik. SQLite und ein lokales Upload-Verzeichnis sind die einzigen persistenten Laufzeitabhängigkeiten. Externe Mail-, RSS- oder KI-Dienste sind nicht Voraussetzung für Kernfunktionen.
Browser -> SvelteKit-Routen -> Anwendungsdienste -> SQLite
| -> Upload-Verzeichnis
+-> später: Mail/RSS über Adapter
Servercode lebt unter src/lib/server und darf nicht in Browser-Bundles
gelangen. Routen liefern nur die für ihre Ansicht erlaubten Daten. Fachlogik
wird nicht an Svelte-Komponenten gebunden, damit Browseraktionen und die
spätere API dieselben Regeln verwenden.
Laufzeit und Speicher
- Lokal:
.data/sendewerk.sqliteund.data/uploads, jeweils konfigurierbar. - Tests: pro Lauf ein temporäres Verzeichnis unter dem Betriebssystem-Tempdir.
- Cloudron:
/app/data/sendewerk.sqliteund/app/data/uploads. - Migrationen liegen nummeriert unter
migrations/, laufen in Transaktionen und werden inschema_migrationsprotokolliert. - Der Seed nutzt stabile IDs und Transaktionen. Wiederholung liefert denselben fachlichen Ausgangsbestand, ohne Migrationstabellen anzutasten.
- Zeitpunkte werden als ISO-8601-UTC-Text gespeichert. Dauern sind nichtnegative
ganze Sekunden. Zeitzonendarstellung ist
Europe/Berlin.
Gesamtdatenmodell
Die ersten vier Etappen materialisieren Identität, Inhaltsverwaltung und Sendungsplanung. Folgende Grenzen gelten für umgesetzte und spätere Bereiche.
| Bereich | Geplante Entitäten und Beziehungen |
|---|---|
| Identität | users, Rollen, Sessions, Einladungen, Reset-Tokens und Sperren sind umgesetzt; technische Zugänge folgen später |
| Taxonomie | getrennte section_categories, formats, topics; Pieces und Vorschläge über Zuordnungstabellen mehrfach verknüpft |
| Inhalt | pieces mit Status, Dauer, Revision, getrennten Textbereichen, Quellen und privaten Medien; Vorlagen sind definierte Startwerte |
| Sendungsbau | shows, geordnete show_sections, kopierte piece_usages, Reservebank und Sendungsvorlagen sind umgesetzt; Original-ID bleibt Referenz |
| Live | expliziter Live-Stand, aktuelles Element, Status je Verwendung, tatsächliche Zeiten und getrennte Präsentationsausgabe |
| Historie | unveränderliche Abschluss-Snapshots und Verwendungshistorie; Übersprungenes zählt nicht als gesendet |
| Freigaben | widerrufbare, gehashte Lesetokens mit Sendung, Umfang, Passwortoption und Ablaufzeit |
| RSS | Feedquellen, Abrufläufe und externe Einträge mit stabiler Herkunfts-ID sowie Status neu/übernommen/verworfen |
| API/Audit | technische Berechtigungen, Idempotenzschlüssel und Audit-Ereignisse mit Akteur, Aktion und Ziel |
| Betrieb | Anwendungseinstellungen und spätere Job-Zustände, keine Geheimnisse im Klartext ohne begründete Schutzstrategie |
Historien- und Kopierregel
Beim Einplanen entsteht eine bearbeitbare piece_usage-Kopie der
sendungsrelevanten Texte und Dauer. Das Original bleibt verknüpft, wird aber
nicht live gespiegelt. Beim Abschluss wird der damalige Sendungsinhalt stabil
eingefroren. Eine historische Sendung wird dupliziert, nie weiterbearbeitet.
Dauerregel
Eine Abschnittsdauer ist entweder die Summe ihrer eingeplanten Verwendungen oder eine explizite Abschnittsdauer. Beides wird nie addiert. Reserveelemente zählen erst nach dem Einplanen. Geplante und tatsächliche Dauer bleiben getrennt.
Anmeldung und Rechte
Etappe 2 ergänzt lokale Konten mit den festen Rollen barkeeper und
thekencrew. Passwörter werden mit Argon2id gespeichert. Sitzungs-, Einladungs-
und Reset-Tokens entstehen aus kryptografischem Zufall; in SQLite liegt jeweils
nur ihr SHA-256-Hash. Der Browser erhält ausschließlich das rohe Sitzungstoken
in einem HttpOnly-, SameSite=Lax-Cookie.
hooks.server.ts löst die Sitzung für jeden Request auf. Die Datenbankabfrage
verbindet die Session immer mit dem aktuellen Nutzerzustand, sodass Sperren und
Rollenwechsel ohne verzögerte Token-Erneuerung wirken. Geschützte Routen
erfordern eine Anmeldung; Verwaltungs-Loads und jede Verwaltungs-Action prüfen
zusätzlich die Barkeeper-Rolle. Sperrung und Passwortwechsel löschen bestehende
Sessions transaktional.
Der Erstadmin benötigt sowohl eine leere Nutzertabelle als auch ein extern konfiguriertes Setup-Token. Einladungs- und Reset-Links sind 24 Stunden gültig, werden erst beim bestätigenden POST verbraucht und sind genau einmal nutzbar. Fehlgeschlagene Loginversuche werden pro E-Mail-Schlüssel und Clientadresse in einem Zeitfenster begrenzt, ohne das Konto dauerhaft zu sperren.
Mail verwendet einen Adapter: local schreibt geschützte Dateien in den
konfigurierten Outbox-Pfad, smtp nutzt Nodemailer nur nach expliziter Auswahl.
Die feste Anwendungs-Origin erzeugt Links und bestimmt den Secure-Status der
Cookies; sie wird nicht aus ungeprüften Request-Headern übernommen.
Inhalte, Markdown und Medien
Etappe 3 führt die Inhaltslogik in src/lib/server/content.ts zusammen. Listen
erhalten ausschließlich kompakte Piece-Daten; private Recherche und vollständige
Redaktionstexte werden nur an den angemeldeten Editor ausgeliefert. Themen und
Abschnittskategorien sind Mehrfachzuordnungen, das Format bleibt eine einzelne
unabhängige Zuordnung. Quellen werden gemeinsam mit einem Piece atomar ersetzt.
Jedes Piece besitzt eine ganzzahlige Revision. Speichern, Archivieren und Medienänderungen verwenden ein bedingtes Update auf die erwartete Revision. Eine veraltete Bearbeitung liefert einen Konflikt und verändert weder Piece noch Zuordnungen. Archivieren merkt sich den vorherigen Arbeitsstatus für die Wiederherstellung. Duplikate erhalten neue IDs und unabhängige Bilddateien. Piece-Dauern werden in den Fundus- und Verwendungseditoren als Minuten erfasst, an der Servergrenze auf volle Sekunden gerundet und ausschließlich als ganze Sekunden persistiert.
Markdown wird roh gespeichert, mit Marked serverseitig gerendert und danach mit
sanitize-html auf eine kleine Allowlist reduziert. Bilder werden nicht über
Markdown eingebettet. Uploads akzeptieren höchstens 5 MB und nur anhand ihrer
Dateisignatur erkannte JPEG-, PNG-, WebP- oder GIF-Dateien. Interne Dateinamen
sind zufällige IDs; Originalnamen werden nie als Pfad verwendet. /media/[id]
prüft die Anmeldung und liefert private Antworten mit no-store, nosniff,
Same-Origin-Ressourcenrichtlinie und restriktiver CSP aus.
Sendungsbau
Etappe 4 bündelt alle Planungsmutationen in src/lib/server/shows.ts. Eine
Sendung ist die Konflikt- und Transaktionsgrenze: Jede Änderung an Metadaten,
Abschnitten, Verwendungen oder Reihenfolge vergleicht die erwartete Revision und
erhöht sie atomar. Abgeschlossene Sendungen sind bereits an dieser Grenze gegen
weitere Bearbeitung geschützt.
Beim Einplanen werden Titel, Dauer, Einleitung, Recherche, Moderation, Überleitung und Präsentation aus dem sendefertigen Piece kopiert. Eigene Notizen liegen ausschließlich an der Verwendung. Die Referenz zum Original bleibt für Historie und Nachvollziehbarkeit erhalten, wird aber nicht live gespiegelt.
Jede Sendung besitzt intern genau einen ausgeblendeten Reserveabschnitt. Dadurch verwenden Plan und Reserve dieselbe geprüfte Verwendungslogik, während die Reserve in der öffentlichen Struktur und allen Dauerberechnungen getrennt bleibt. Positionen werden nach jeder Transaktion kollisionsfrei normalisiert. Eine explizite Abschnittsdauer ersetzt die Summe der Verwendungen vollständig.
Sendungsvorlagen und ihre Abschnitte sind eigene Tabellen. Beim Anlegen werden die Abschnitte mit neuen IDs kopiert; spätere Änderungen an der Sendung können die Vorlage deshalb nicht verändern.
Die Editorformulare bleiben progressive SvelteKit-Form-Actions, werden im
Browser aber mit use:enhance gesendet. Dadurch bleibt das Dokument bei
Planungsmutationen bestehen; nur die serverseitigen Seitendaten werden
aktualisiert. Ladeanzeige und FLIP-Animation liegen am betroffenen Abschnitt
oder an der betroffenen Verwendung. Eindeutige Drag-Griffe übertragen entweder
eine Quellenkopie, einen Abschnitt oder eine Verwendung auf dieselben
serverseitig geprüften Actions wie die alternativen Schaltflächen. Während des
Ziehens bleibt das Original transparent an seinem Ausgangsort; eine flüchtige
Vorschau in der Liste belegt bereits die anhand der Zeigerposition berechnete
Zielhöhe und verdrängt dadurch die benachbarten Elemente. Persistiert wird erst
beim Loslassen.
Oberflächenstruktur
Die Hauptnavigation umfasst Eingang, Fundus, Sendungen, Archiv und Verwaltung.
Auf dem Desktop bleibt eine feste Seitenleiste sichtbar; Verwaltung liegt an
ihrem unteren Ende. Bis einschließlich 52rem ersetzen eine obere Leiste und
die untere Hauptnavigation die Seitenleiste vollständig. Auf breiten Ansichten
stehen Fundus und Ablauf nebeneinander. Bis einschließlich 72rem werden sie
über eine gut erreichbare Umschaltung einzeln gezeigt, damit auch schmale
Desktopfenster ohne horizontalen Überlauf bedienbar bleiben.
Der Live-Modus ist eine eigene, fokussierte Ansicht; die spätere
Präsentationsausgabe erhält eine separate, strikt reduzierte Datenansicht.
Fundus und Sendungsbau sind produktive Arbeitsansichten. Der Live-Modus bleibt bis Etappe 5 eine sichtbare Gestaltungsvorschau, kann aber bereits gezielt die gewählte Sendung und deren kopierte Texte lesen.
Sicherheitsgrenzen ab den Folgeetappen
Authentifizierung und Autorisierung werden seit Etappe 2 serverseitig an jeder betroffenen Route und Action geprüft. Markdown und fremdes HTML werden vor Ausgabe bereinigt. Uploadzugriff folgt denselben Rechten. Spätere Netzwerkabrufe erhalten Schutz gegen interne Ziele, Größen-/Zeitlimits und kontrollierte Redirects.