# Sendewerk Sendewerk ist die redaktionelle Webanwendung für den Weg vom vorbereiteten Inhalt bis zur moderierten und archivierten Sendung. Der aktuelle Stand umfasst Etappe 1 bis 5: technisches Grundgerüst, Anmeldung und Rollen, einen persistenten Fundus, den Sendungsbaukasten sowie Live-Steuerung und eine abgesicherte Präsentationsausgabe. Abschluss und Archivierung folgen in Etappe 6. ## Voraussetzungen - Linux - Node.js 22.17 oder neuer (Node 24 LTS ist für das Cloudron-Image vorgesehen) - npm 10 oder neuer Cloudron, Docker, eine Domain und externe Dienste sind für den lokalen Betrieb nicht erforderlich. ## Frischer lokaler Start ```sh npm ci cp .env.example .env SETUP_TOKEN="$(openssl rand -hex 32)" sed -i "s/^SENDEWERK_SETUP_TOKEN=.*/SENDEWERK_SETUP_TOKEN=$SETUP_TOKEN/" .env printf 'Betreiber-Setup-Token: %s\n' "$SETUP_TOKEN" npm run setup npm run dev ``` Danach ist die Anwendung unter erreichbar. `setup` erstellt die konfigurierten Verzeichnisse, führt ausstehende Migrationen aus und lädt den reproduzierbaren Beispieldatensatz. Der Seed darf beliebig oft ausgeführt werden und ersetzt nur die von ihm verwalteten Beispieldaten. Beim ersten Aufruf verlangt `/setup` den ausgegebenen Wert aus `SENDEWERK_SETUP_TOKEN` und legt genau einen Barkeeper an. Der Befehl schreibt den Wert in die nicht versionierte `.env`, damit auch spätere lokale Starts dieselbe Konfiguration verwenden. Nach erfolgreicher Einrichtung ist `/setup` dauerhaft geschlossen und der Token kann aus `.env` entfernt werden. Der Seed enthält bewusst kein Konto und kein Standardpasswort. ## Konfiguration | Variable | Vorgabe | Bedeutung | | --------------------------- | ------------------------ | ---------------------------------------------------- | | `SENDEWERK_DB_PATH` | `.data/sendewerk.sqlite` | Pfad zur persistenten SQLite-Datei | | `SENDEWERK_UPLOAD_DIR` | `.data/uploads` | Persistentes Upload-Verzeichnis | | `SENDEWERK_MAIL_OUTBOX_DIR` | `.data/mail-outbox` | Lokale, nicht öffentlich ausgelieferte Testmail | | `BODY_SIZE_LIMIT` | `6M` | Requestlimit für private Bild-Uploads bis 5 MB | | `SENDEWERK_SETUP_TOKEN` | keine | einmaliges Betreibergeheimnis, mindestens 32 Zeichen | | `SENDEWERK_APP_ORIGIN` | `http://localhost:5173` | feste Origin für Links und Cookie-Sicherheit | | `SENDEWERK_MAIL_TRANSPORT` | `local` | `local` oder ausdrücklich `smtp` | | `SENDEWERK_MAIL_FROM` | lokaler Absender | Absender; bei SMTP verpflichtend | | `SENDEWERK_SMTP_HOST` | keine | SMTP-Server, nur im SMTP-Modus | | `SENDEWERK_SMTP_PORT` | `587` | SMTP-Port | | `SENDEWERK_SMTP_SECURE` | `false` | `true` für implizites TLS, üblicherweise Port 465 | | `SENDEWERK_SMTP_USER` | keine | optionaler SMTP-Benutzer | | `SENDEWERK_SMTP_PASSWORD` | keine | optionales SMTP-Passwort | | `HOST` | adapterabhängig | Bind-Adresse des Produktionsservers | | `PORT` | `3000` | Port des Produktionsservers | Relative Sendewerk-Pfade werden vom Projektverzeichnis aus aufgelöst. In Cloudron liegen Datenbank und Uploads unter `/app/data`. Der Vorgabemodus `local` baut keine Netzwerkverbindung auf. Einladungen und Passwort-Resets landen als JSON-Dateien in `.data/mail-outbox`; die enthaltenen Links sind Geheimnisse und dürfen nicht veröffentlicht werden. Echter Versand findet nur statt, wenn `SENDEWERK_MAIL_TRANSPORT=smtp` und die SMTP-Werte explizit gesetzt sind. ## Inhalte und private Bilder Neue Gedanken oder Links lassen sich im Eingang schnell erfassen. Im Fundus stehen leere Pieces sowie Vorlagen für Gespräch, Reaction/Fundstück und Interaktion bereit. Der Editor speichert Änderungen nach kurzer Pause automatisch; ein sichtbarer Status meldet Erfolg, Fehler oder eine parallele Änderung. In diesem Fall muss die Seite neu geladen werden, bevor erneut gespeichert wird. Markdown ist in Einleitung, Recherche, Moderation, Überleitung und Präsentation möglich. Die Ausgabe wird serverseitig auf eine begrenzte Auswahl sicherer Elemente und Links reduziert. Bilder dürfen höchstens 5 MB groß sein und müssen als JPEG, PNG, WebP oder GIF erkannt werden. Sie liegen im konfigurierten Uploadverzeichnis und sind nur über eine angemeldete Route erreichbar. ## Sendungen planen Unter **Sendungen** lässt sich ein neuer Stream leer, mit dem Standardablauf oder als Spieleabend anlegen. Abschnitte sind frei benennbar und können eine explizite Dauer erhalten; andernfalls ergibt sich ihre Dauer aus den eingeplanten Pieces. Die Reservebank zählt nie zur Planzeit. Der sendefertige Fundus steht neben dem Ablauf. Pieces können mehrfach eingeplant und je Verwendung mit eigenem Titel, eigener Dauer und eigenen Redaktionstexten bearbeitet werden, ohne das Original zu verändern. Abschnitte und Verwendungen lassen sich per Drag-and-drop sowie gleichwertig mit sichtbaren Schaltflächen und Auswahlfeldern verschieben. Twitch-Titel und Ankündigung sind kopierbar. Gleichzeitige Änderungen werden über die Revision der gesamten Sendung erkannt und nicht still überschrieben. ## Live moderieren und präsentieren Die Live-Steuerung öffnet sich aus einer geplanten Sendung. Sie zeigt Einleitung, Moderationsstichpunkte und Überleitung in einstellbarer Prompter-Schrift; die private Recherche bleibt standardmäßig geschlossen. Zeiten und Ablaufleiste können ausgeblendet werden. Schriftgröße, Sichtbarkeit und Leseposition bleiben im Browser erhalten. Start, Erledigen, Überspringen und Zurück werden persistent mit tatsächlichen Zeitintervallen gespeichert. Wiederholte Befehle erzeugen keine doppelte Zeitbuchung. Offene Pieces und die Reserve lassen sich während der Sendung sortieren beziehungsweise als nächster Beitrag einfügen. Das separate Präsentationsfenster unter `/heinzlive/...` verwendet einen langen, widerrufbaren Zufallstoken. Es ändert sich ausschließlich durch die Aktion **Präsentieren** und erhält nur Präsentationstext, öffentliche Quellen und die zum präsentierten Piece gehörenden Bilder. Recherche, Moderationsnotizen, eigene Notizen, Kontodaten und interne Dateipfade werden weder im HTML noch im JSON-Zustand ausgeliefert. Der Token ist ein Zugangsgeheimnis und darf nicht weitergegeben oder protokolliert werden. ## Befehle | Befehl | Zweck | | -------------------- | ---------------------------------------------------------- | | `npm run setup` | Verzeichnisse, Migrationen und Seed für lokale Entwicklung | | `npm run db:migrate` | Ausstehende Migrationen atomar ausführen | | `npm run db:seed` | Reproduzierbare Beispieldaten laden | | `npm run dev` | Migrationen ausführen und Entwicklungsserver starten | | `npm run check` | Svelte- und TypeScript-Prüfung | | `npm run lint` | Formatierung und ESLint prüfen | | `npm test` | Verhaltenstests mit temporärer, getrennter Datenbank | | `npm run test:e2e` | Browserprüfungen gegen eine getrennte E2E-Datenbank | | `npm run build` | Produktionsartefakt in `build/` erstellen | | `npm start` | gebautes Artefakt mit `node build` starten | ## Lokaler Produktionslauf ```sh npm ci npm run setup export SENDEWERK_APP_ORIGIN=http://localhost:3000 npm run build HOST=127.0.0.1 PORT=3000 npm start ``` Der Healthcheck liegt unter und prüft auch den Datenbankzugriff. Für lokales HTTP wird das Sitzungscookie gezielt ohne `Secure` gesetzt, bleibt aber `HttpOnly` und `SameSite=Lax`. Bei einer `https:`-Origin ist `Secure` automatisch aktiv. Die Build-Origin muss beim lokalen Produktionsbuild mit der später verwendeten Browser-Origin übereinstimmen; SvelteKits Origin-Prüfung bleibt aktiv. Vor der ersten Browserprüfung wird der Testbrowser einmalig installiert: ```sh npx playwright install chromium npm run test:e2e ``` ## Container und Cloudron Das frühe Cloudron-Paket besteht aus `Dockerfile`, `CloudronManifest.json` und `start.sh`. Ein lokaler Container-Smoke-Test kann nach dem Build so erfolgen: ```sh docker build -t sendewerk:local . docker run --rm -p 3000:3000 \ -e SENDEWERK_APP_ORIGIN=http://localhost:3000 \ -e SENDEWERK_SETUP_TOKEN="$(openssl rand -hex 32)" \ -v sendewerk-data:/app/data sendewerk:local ``` Auf Cloudron muss das Betreiber-Setup-Token vor dem ersten Browseraufruf als Umgebungsvariable gesetzt werden. `CLOUDRON_APP_ORIGIN` liefert dort die feste HTTPS-Origin. SMTP-Zugangsdaten werden ebenfalls ausschließlich als Laufzeitvariablen gesetzt, nicht in Manifest oder Image geschrieben. Das ersetzt keinen Test auf einem echten Cloudron. Insbesondere Addon-Backup, Restore, Proxy-Origin und das read-only Laufzeitdateisystem können erst dort abschließend geprüft werden. ## Dokumentation - `docs/ARCHITECTURE.md`: Systemgrenzen und geplanter Gesamtdatenbestand - `docs/DECISIONS.md`: technische Entscheidungen und offizielle Quellen - `docs/ACCEPTANCE.md`: Abnahmekriterien und konkrete Nachweise - `docs/STATUS.md`: aktueller Projektstand und bekannte Grenzen Der Anwendungscode steht unter der MIT-Lizenz. Rechte an später eingestellten Medien und redaktionellen Inhalten werden dadurch nicht verändert. Die direkten Laufzeit- und Werkzeugabhängigkeiten verwenden MIT- oder Apache-2.0-Lizenzen: Svelte/SvelteKit, Vite, Vitest, ESLint und `better-sqlite3`, `@node-rs/argon2`, Marked, sanitize-html und file-type sind MIT-lizenziert; Nodemailer verwendet MIT-0, TypeScript und Playwright stehen unter Apache-2.0. Die Lockdatei fixiert den tatsächlich installierten Baum.